Plastikmüll im Meer – Wie kommt der Müll in die Ozeane? l EcoYou

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Plastikmüll im Meer – Wie kommt der Müll in die Ozeane? 

Es ist ein trauriges Thema – unsere Planet und vor allem die Ozeane versinken in den Rückständen unserer Wegwerfgesellschaft. Aus den Augen aus dem Sinn? Wohl kaum. Denn früher oder später kommen die Folgen, die Kosten und somit die Rechnung.

Immer wieder sehen wir in Social Media, im Fernsehen oder in Printmedien herzzerreißende Bilder von Schildkröten mit Strohhalmen in der Nase, Vögeln, die sich in Sixpack-Verpackungen oder in alten Fischernetzen verfangen haben, treibende Inseln von Plastikmüll an den unwahrscheinlichsten und abgelegensten Orten – die Liste an tragischen Vorkommnissen ist lang.

Wir sind dem Thema auf die Spur gegangen!

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Plastikmüll in den Weltmeeren in Zahlen

Also, wie groß das Ausmaß eigentlich? Handelt es sich bei besagten Bildern und Meldungen nur um Panikmache? Sehen wir uns also einfach mal die Zahlen an!

Jedes Jahr produziert die Weltbevölkerung knapp 300 Millionen Tonnen Plastikmüll. Ein beträchtlicher Teil dieses Plastikmülls landet in den Weltmeeren, genauer gesagt ca. 10 Millionen Tonnen. Entsprechend besteht 75% des insgesamt im Meer anzutreffenden Mülls aus Plastik. Nach Angaben des Umweltprogramms der vereinten Nationen findet man mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile verschiedenster Größen. Leider ist diese beachtliche Zahl nur der sichtbare Teil eines größeren, üblen Sachverhalts, denn viel Plastikmüll sinkt auf den Meeresgrund und bleibt vor unseren Augen versteckt.

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Plastikmüll zersetzt sich nur sehr langsam – nämlich im Schnitt in ca. 450 Jahren.

Der Plastikmüll unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft kostet jedes Jahr ca. 100.000 Säugetieren und einer Million Vögel ihr kostbares Leben, so

  • verhungern die Tiere mit vollen Mägen, da Plastik den Verdauungstrakt verstopft
  • Wale, Delfine und Schildkröten verfangen sich in alten Geisternetzen, 
  • Robben und Vögel schneiden und verletzen sich am Müll
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Wie kommt der Müll ins Meer?

Müllkippe Strand
Leider eine triste Realität, vieler Orten hinterlassen sonnenhungrige Touristen wahre Müllhalden ab Strand, die dann durch die normale Gezeitenbewegung ins Meer gespült werden.

Müll in Flüssen
Gerade in vielen Entwicklungsländern häuft sich Müll in Flüssen an, und wird von dort ins Meer gespült. Dies liegt oft daran, dass gerade in Flussnähe viele Armenviertel angesiedelt sind, die zum Teil sogar illegal dort errichtet wurden. Da illegal sind sie oft an keinerlei Müllabfuhr, Abwassersystem, etc. angebunden und der Müll und das schmutzige Wasser gelangen direkt in den angrenzenden Fluss und vorn dort ins Meer.

Dies wird noch dadurch verschlimmert, dass die dort ansässigen Menschen oft auch vom Erziehungssystem ausgeschlossen sind, oder so arm sind, dass die Kinder nicht in die Schule schicken können. Zudem kämpfen diese Menschen mit so vielen persönlichen und existenziellen Problemen, dass das Umweltbewusstsein nicht an erster Stelle steht. Dies soll also keine Schuldzuweisung an diese Menschen, sondern vielmehr an die Gesellschaft sein.

Geisternetze

Fischfang
Die Fischwirtschaft produziert eine Menge Müll im Meer. Zum einen werden oft Netze skrupellos und einfach im Meer entsorgt. Zum anderen gehen Netze verloren und schwimmen dann als sogenannte Geisternetze im Meer herum. Nicht selten verfangen sich Tiere in den Netzen und verenden dadurch.

Müllentsorgung der Schiffe
Obwohl es selbstverständlich gesetzlich verboten ist, entledigen sich viele Schiffe klammheimlich ihres Mülls auf offener See – und wer kann das schon kontrollieren??

Abwasser
Über das Abwasser gelangen Mikropartikel an Plastik in die Flüsse und somit in die Weltmeere. Diese Partikel werden dann von vielen Seetieren als Nahrung aufgenommen und gelangen auf diese Weise in die Nahrungskette – und somit am Ende auf unserem Tisch

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Mikroplastik – was ist das?

Die spektakulären Bilder, Größe von schwimmenden Müllteppichen und Zahlenangaben in Tonnen scheinen darauf hinzudeuten, dass es nur um deutlich sichtbaren Plastikmüll gehe. Dem ist allerdings nicht so, denn ein weiteres riesiges Problem in paradoxerweise kleiner Größe sind Mikropartikel aus Plastik, sogenanntes Mikroplastik.

Mit dem Namen Mikroplastik werden kleine Kunststoffpartikel mit Durchmessern zwischen 5 mm und 1 µm bezeichnet. Noch kleinere Teilchen, also Nanopartikel können zum heutigen Stand der Technik noch nicht gemessen werden, was nicht heißt, dass sie nicht sowieso existieren.

Diese Partikel werden von Tieren als Nahrung verwechselt und von diesen aufgenommen, wodurch sie in die Nahrungskette gelangen. Mikroplastik wird immer öfter in Lebensmitteln gefunden, darunter im Mineralwasser, Bier, Milch, Honig und Meersalz.

→ Kennst Du schon das Interview mit Isabelle von der Petition dm: Mikroplastik raus aus dem Sortiment? 

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Man unterscheidet grundsätzlich zwei Herkunftsarten:

Primäres Mikroplastik
Dieses wurde bereits von Anfang an als solches hergestellt und kommt beispielsweise in der Kosmetikindustrie, bei sandfreiem Sandstrahlen, als Schleifmittel in Zahnpasten oder Peeling-Cremes vor.

Sekundäres Mikroplastik
Dieses entsteht durch Verrottung von Plastikmüll in Flüssen oder Meeren.

Experten schätzen die derzeitige Menge an Mikroplastik, die frei in den Weltmeeren schwimmt, auf 21.000 Tonnen. Mikroplastik besteht zum großen Teil aus den Standardkunststoffen:

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyamid (PA)
  • Polyvinylchlorid (PVC)
  • Polyethylenterephthalat (PET)

Als primäre Mikroplastik zählt übrigens Reifenabrieb von Autoreifen und Schuhsohlen, die in sehr großen Mengen in die Flüsse und Meere gespült werden. Sie kommen in der Regel zunächst als Staub in die Luft und gelangen dann durch den Regen in die Gewässer.

Ein weiteres Problem ist das Waschen von Kleidung aus Mikrofasern. Diese geben in der Waschmaschine feien Partikel ab, die dann ebenfalls ins Abwasser gelangen und von den Kläranlagen bislang nicht ausgefiltert werden können.

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Was kannst Du tun?

Natürlich wäre es schön, wenn ein weltweites Umdenken stattfinden würde und wenn es schärfere Umweltschutzgesetze in allen Ländern geben würde. Leider ist das Thema komplex – vor allem auch in armen Entwicklungsländern. Wenn man dann erstmal anfängt, über Ursachen und Wirkung nachzudenken, kann einem schwindelig werden. Denn auch selbst unser Plastikmüll aus dem gelben Sack landet oft aufgrund fehlender Verarbeitungskapazitäten im Endeffekt in Drittländern, die ihn dann doch auf die Müllkippe oder ins Meer schmeißen. Und die größten Mengen Müll produzieren immer noch die Wohlstandsgesellschaften in den Industrieländern, auch wenn das Müllproblem oft in Entwicklungsländern eher ins Auge fällt.

Wenn man also nur auf die Politik setzt, um das Problem zu lösen, ist eine Verbesserung eher nicht in Sicht, am Besten ist es also, man fängt bei sich selbst an und zieht dann im eigenen Umfeld Kreise.

Hier also ein paar einfache Tipps, mit denen Du heute schon anfangen kannst:

01. Achte darauf, keine Kosmetikartikel mit Mikroplastik-Partikeln zu kaufen. Hierzu musst Du einfach nur auf die Inhaltsliste schauen und dort darauf achten, dass keine polymeren Bestandteile enthalten sind. Achte auf Substanzbezeichnungen wie „poly“ „PE“, „PP“ usw. und vermeide diese.

→ Mit der App CodeCheck erfährst du binnen Sekunden ob deine Pflegeprodukte frei von Mikroplastik stind

Auch wenn die Verringerung durch deinen Gebrauch gering erscheint, erzeugst Du als Verbraucher Druck auf die Industrie. Wenn immer mehr Menschen diese Produkte vermeiden, werden sie von den Herstellern auch nicht mehr verwendet.

02. Benutze  kein Einweggeschirr und gehe auch nicht in Restaurants, die dieses verwenden. Es gibt keinen vernünftigen Grund in einer bekannten Coffee-Shop-Kette einen völlig überteuerten Kaffee im Wegwerfbecher zu kaufen, wenn man ihn woanders zum halben Preis in einer normalen und wiederverwendbaren Tasse kaufen kann.

03. Vermeide generell Wegwerfartikel aus Plastik und ersetze sie durch wiederverwendbare Produkte. So können die dünnen Obsttüten aus Plastik kinderleicht durch wiederverwendbare Obst und Gemüsenetze* ersetzt werden.

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Allerdings kann man auch gerne noch einen Schritt weitergehen, nachdem man selber angefangen hat den Müll überhaupt erst zu produzieren. Zum einen gibt es immer mehr Initiativen wo Schülergruppen, Sportvereine, Jogger, Touristen, Bewohner und Nachbarn, etc. vorhandenen Müll am Straßenrand, am Strand, an Flussufern und beim Spazierengehen aufsammeln – Clean Ups. Das ist beispielsweise auch eine sehr gute Familienaktivität, um Kinder zu sensibilisieren. Wobei gesagt werden muss, dass oft die Kinder wesentlich sensibler und besser informiert sind, als so manche Eltern und Erwachsenen.

→ Du willst selbst ein Clean Up organisieren – hier erfährst du wie

Zum anderen kann man auch versuchen, sein unmittelbares Umfeld von der Wichtigkeit des Themas zu überzeugen und aktive Verbesserungsvorschläge in der Nachbarschaft, in der Firma oder in anderen Gruppen und Aktivitäten mit einzubringen.

→ Hier erfährst Du wie Du damit umgehst wenn dein Umfeld nichts von Nachhaltigkeit hält

Das Thema betrifft uns alle, und viele Dinge tun wir, ohne uns wirklich bewusst zu sein, wie schädlich unser Verhalten ist. Im Endeffekt geht es somit vor allem darum, bei möglichst vielen Menschen ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und das Konsumverhalten zu ändern. Hierdurch wird dann wiederum Druck auf Hersteller, Geschäfte und Politiker ausgeübt.

Denn, um beim Thema Wasser zu bleiben:

Ein ins Wasser geworfener Stein zieht weite Kreise und steter Tropfen höhlt den Stein! Und wer möchte schon das Fass zum Überlaufen bringen?

→ Du möchtest dein Leben plastikfreier gestalten weißt nur nicht genau wie? Hier zeigen wir dir 99 Tipps für ein Leben ohne Plastik.

Lisa und Joy von EcoYou - Blog für ein plastikfreies Leben - Leben ohne Plastik - Tipps und Tricks

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2018-08-15T00:18:51+00:00

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